Die Hochzeitstorte



Welche Hochzeitstorten gibt es und was ist eigentlich eine Motivtorte?
Welche Hochzeitstorten gibt es und was ist eigentlich eine Motivtorte?
Bildquelle: pixelio.de / Hochzeitspaar auf Hochzeitstorte © Casyopaya
Das Anschneiden der Hochzeitstorte ist – wie das Ja-Wort auch – ein festlicher Moment der Feier, dessen genauer Zeitpunkt klug und wirkungsvoll gewählt sein will. Empfehlenswert ist nicht nur das übliche nachmittägliche Zelebrieren der Torte. Man kann sie auch nach dem Mittagessen als festliches Dessert servieren. Doch ganz besonders effektvoll und unvergesslich läßt sich das Anschneiden der mit Wunderkerzen geschmückten Torte um Mitternacht gestalten.
Doch egal ob Dessert, Mitternacht oder Nachmittag: Beim Anschneiden der Hochzeitstorte fassen Braut und Bräutigam gemeinsam ein mit einer weißen Schleife geschmücktes Messer und schneiden das erste Stück aus der Torte. Wessen Hand dabei obenauf liegt, der hat in der Ehe künftig die Hosen an, so sagt zumindest die Überlieferung. In einigen Gegenden Deutschlands werden in die Hochzeitstorte geröstete und ungeröstete Kaffeebohnen eingebacken. Wer die ungerösteten in seinem Stück erwischt, kommt selbst bald unter die Haube. Wer die gerösteten abkriegt, bleibt noch lang allein.
Was von diesem Aberglauben zu halten ist, stellt sich spätestens heraus, wenn Tante Lisbeth auf der gerösteten Kaffeebohne kaut und Onkel Peter, mit dem sie seit 30 Jahren verheiratet ist, die ungeröstete erwischt hat...

Das Anschneiden

Nach dem Anschneiden der Hochzeitstorte durch das Brautpaar sollte das Tortenschneiden entweder fachkundigem Personal übergeben werden oder aber jemand unter den Gästen "abkommandiert" werden, der oder die ein wachsames Auge darauf hat, auf dass nicht jeder an und in der Torte herumschneidet, denn so ein Traum aus Zucker ist sehr instabil und auch unabsichtlich leicht zu zerstören.

Tipp: Nur einer sollte die "Messerhohheit" haben, die anderen Gäste lassen sich bedienen.

Erdbeerherz oder Früchtetraum?

Hochzeitstorten gibt es wohl so viele unterschiedliche, wie es Brautpaare gibt. Die beliebteste (und preiswerteste) Hochzeitstorte ist das klassische rote Herz, das symbolisch für die Liebe von Braut und Bräutigam steht. Das rote Herz kann aus Erdbeeren, Himbeeren oder auch Marzipan sein. Die rote Herztorte bekommt man schon für ca. 100 Euro.

Die klassische Hochzeitstorte jedoch verfügt über mehrere Etagen. Man unterscheidet die Drei-Etagen-Torte, die Fünf-Etagen-Torte und die Sieben-Etagen-Torte, die jedoch eher seltener gestaltet wird und vor allem bei den prächtigen türkischen Hochzeiten in Deutschland Verwendung findet. Die fünf Etagen stehen in ihrer Symbolik für Geburt, Konfirmation bzw. Kommunion, Eheschließung und reichen Kindersegen.

Die Etagen-Torten sind entweder "freischwebend" mit festen Böden übereinander angeordnet oder auf entsprechenden stabilen Etageren angerichtet. Etageren brauchen viel Platz, machen aber auch sehr viel her und sind eine wahre Augenweide. Darüberhinaus gibt es auch noch Etageren mit Säulen auf jeder Hochzeitstorten-Etage. Man beachte, dass diese Torten einen entsprechenden Rahmen benötigen, da sie nicht wie Kuchen wirken, sondern wie eindrucksvolle klassizistische oder viktorianische Gebäudemodelle aussehen und aufwändige Verzierungen an den einzelnen Etagen der Torte noch hinzukommen, die ebenfalls Raum brauchen, um ihre Wirkung entfalten zu können.

Die Füllung: Sahne- oder Buttercreme?

Bei der Füllung der Hochzeitstorte scheiden sich die Geister: Der eine bevorzugt Sahnecreme, der andere hingegen Buttercreme. Bei Hochzeitstorten mit meheren Etagen empfiehlt es sich, beide Geschmäcker zufrieden zu stellen, indem beispielsweise die unterste Etage auf Sahnecreme, die zweite Etage dafür auf Buttercreme basiert. Sollten Diabetiker unter den Hochzeitsgästen sein, ist es meist ratsam, die oberste und kleinste Etage mit einer für Diabetiker geeigneten Backmischung zusammenstellen zu lassen. Dann hat jeder etwas von der schönen Hochzeitstorte.

Klassisch oder hip?

Die klassische vielstöckige Hochzeitstorte wird mit rosa Marzipanrosen oder Glücksschweinchen, essbaren Blüten und effektvollen kandierten oder frischen Dekorationsfrüchten und den stilisierten Brautpaar-Figürchen obendrauf verziert. Sie ist zwar noch immer ein Dauerbrenner, aber nicht unbedingt jedermanns Geschmack. Dem Zeitgeist, der die Individualität und das Besondere sucht, entspricht viel mehr die Motivtorte. Denn hier ist vor allem Phantasie, Einfallsreichtum und Originalität des Brautpaars gefragt!
Die Motivtorte stellt - wie der Name schon sagt - ein wichtiges Motiv aus dem Leben des künftigen Ehepaars ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Haben die beiden sich beispielsweise beim Fußball kennengelernt, wird die Torte zum grünen Fußballrasen, von zwei Toren flankiert, auf dem Spielfeld agieren jedoch nur er und sie - eine originelle Torte, fast zu schade zum Verzehr. Hat es beim Skifahren zwischen den beiden gefunkt, kann die Hochzeitsorte, wenn sie eine Motivtorte sein soll, nur eine Skipiste mit zwei glücklichen Skifahrern sein.
Begegnete man im Internet seiner großen Liebe, sollte der Computer eine gewisse romantische Rolle auf der Motivtorte spielen.

Wie man sieht, sind bei der Motivtorte dem Ideenreichtum des Brautpaars keinerlei Grenzen gesetzt, ein geschickter Konditor wird diese Ideen originell zu einer unverwechselbaren Torte werden lassen.

Die Geschichte der Hochzeitstorte
Backen oder backenlassen – das ist hier die Frage

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