Hochzeitstorte und Traditionen
Seit es die Tradition des Backens mit Mehl, Zucker ,Eiern und Butter gibt, haben Menschen zu besonderen Höhepunkten in ihrem Leben - Hochzeit, Geburt eines Kindes, Geburtstage und andere Ehrentage, aber auch beim Abschiednehmen von einem geliebten Menschen - verschiedenste Kuchen und Torten gebacken. Und der Tag der Hochzeit war schon immer ein besonderer Tag, der einen besonders festlichen und aufwändigen Kuchen rechtfertigte.
Selbst nach Kriegen und Hungersnöten wurde erfindungsreich und geduldig mit Backzutaten improvisiert, um der friedlichen Normalität so nah wie möglich zu kommen: Eichelmehl als Grundsubstanz, angeröstete Haferflocken ersetzten die kostbare Schokolade.
Die Tradition der festlichen Hochzeitstorten reicht weit hinein in die europäische Geschichte. Auf den Auswandererschiffen des 17.,18. und 19. Jahrhunderts gelangte diese Tradition in die Neue Welt, in den USA wo sie - bildlich gesprochen - eine ganz besondere Blüte erlangte. Die beliebte und unverwechselbare Motivtorte ist beispielsweise eine amerikanische Erfindung.
Zurück nach Europa
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit voller Hunger und Entbehrungen bestimmte - kulturhistorisch gesehen - das amerikanische Lebensgefühl den bundesdeutschen Alltag. Auch die Hochzeitstorte war wieder da und hielt -größer und schöner als je zuvor- ihren unverzichtbaren Einzug bei den Hochzeitsfeiern der Deutschen. Seither ist sie nicht nur nicht mehr wegzudenken, sondern hat eine erstaunliche Variationenvielfalt hervorgebracht.
Tipp: Je größer die Hochzeit und die Anzahl der feiernden Personen, umso größer und prachtvoller sollte die gewählte Hochzeitstorte sein.

