Die Hochzeitsparty



Vom richtigen Umgang miteinander
Vom richtigen Umgang miteinander
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Auch junge Leute wissen heutzutage längst, dass gutes Benehmen wieder aktuell und wichtig ist. Vorbei sind die Zeiten der distanzlosen Kumpelei oder des ungepflegten Auftretens. Ohne eine gewisse Etikette und gepflegte Umgangsformen kann man weder Karriere machen, noch ein als gelungen zu bezeichnendes Fest absolvieren. Zum guten Benehmen auf einer Hochzeitsfeier gehört so einiges, das sich nur auf den ersten Blick altmodisch, verstaubt oder längst überholt anhört oder anschaut.

Gutes Benehmen ist längst nicht mehr gleichzusetzen mit steifer Förmlichkeit, die jeden Spaß unterbindet und lautes Lachen in Gesellschaft für unfein etikettiert. Doch für das Gelingen einer Hochzeitsparty sind einige Benimm-Regeln nicht unwichtig. Sitzt man als Mann neben einer Dame, so hat man jener den Stuhl zurechtzurücken. Steht sie auf, um sich zur Toilette oder nach draußen zu begeben, muss er sich ebenso kurz und symbolisch erheben. Wenn sie zurückkommt: mit einer dezenten Verbeugung wieder den Stuhl zurechtrücken.

Wird auf das Brautpaar angestoßen, sollte dies keinesfalls mit Champagner geschehen. Angestoßen wird nur mit Rotwein, Weißwein oder Sekt. Hierbei fasst man das Glas relativ weit unten am Stiel an, blickt vor dem Anstoßen dem jeweiligen Gegenüber direkt in die Augen, trinkt nach dem Anstoßen einen symbolischen Schluck und pflegt vor dem Abstellen des Glases wieder Blickkontakt.

Darf bei der Party geraucht werden, ist es ein Gebot der Höflichkeit, sich zwischen den einzelnen Gängen des Menüs auf keinen Fall eine Zigarette oder eine Zigarre anzustecken. Das ist frühestens nach dem Dessert oder nach der Käseplatte möglich. Auch dann sollte man sehr aufmerksam darauf achten, wen man wie mit seinem Qualm belästigt oder zur Sicherheit die Raucherinsel vor der Tür aufsuchen.

Findet allerdings die Hochzeitsparty als rustikales Riesenpicknick am See, im Wald, auf einer Wiese, am Meeresstrand oder auf einem Berggipfel statt, dann sind Etikette-Regeln und Benimm-Tipps relativ unwichtig. Hierbei geht es zünftig zu, gegessen wird in der Regel Fingerfood und getrunken wird meist aus Plastikbechern.

Doch auch hier gäbe es so einiges von unseren britischen Nachbarn lernen, was ein Hochzeitspicknick unglaublich aufpeppen würde. Denn dort hat nicht nur das Hochzeitspicknick, sondern das Picknick überhaupt eine ganz andere Tradition als bei uns Deutschen.

Das beginnt schon mal mit dem traditionellen Picknick-Koffer, mit dem jede Familie auf der britischen Insel ausgestattet ist. Dieser Koffer enthält einfach alles, was man als Hardware zu einem gelungenen Picknick braucht: Geschirr, Besteck, Korkenzieher, elegante Tischwäsche im Country-Stil bis hin zu formschönen Serviettenringen.

Beim englischen Picknick wird aufgetafelt, was Küche und Keller herzugeben imstande sind. Getrunken wird Champagner oder ein guter Sekt und natürlich ist die Picknickdecke mit Kristallvase samt echten Rosen geschmückt und auch echtes Waterford-Porzellan kommt durchaus dabei zum Einsatz (und geht hoffentlich nicht zu Bruch.)

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