Das Hochzeitsfahrzeug



Eine weiße Hochzeitskutsche...
Eine weiße Hochzeitskutsche...
Bildquelle: pixelio.de / Stadtrundfahrt © creative.photo
Das romantischste Gefährt, um am Tag der Hochzeit als Brautpaar gemeinsam vor der Kirche vorzufahren, ist mit Sicherheit die traditionelle Pferdekutsche, mit Blüten und Schleifen zur festlichen Hochzeitskutsche aufgeputzt.
Zwei schön glänzend gestriegelte Kutschpferde davorgespannt, der Kutscher auf dem Kutschbock entweder im festlichen Frack mit entsprechendem Zylinder wie ein Wiener Fiaker oder aber in einer Phantasielivree – das ist ein Anblick wie im Märchen oder in einem Hollywood-Film...

In der Glass Coach durch London

Die schönste Hochzeitskutsche der Welt ist höchstwahrscheinlich die Glass Coach. Sie steht im Londoner Tower unter Verschluss und gehört Queen Elizabeths Familie. In ihr saßen Charles und Diana am Tag ihrer Hochzeit, dem 29. Juli 1981 und fuhren an 600 000 Menschen vorbei, die in London jubelnd den Straßenrand säumten. Die Glass Coach ist eine schwarz lackierte Kutsche, deren Dach wie bei einem modernen Cabriolet bei schönem Wetter nach hinten geklappt werden kann. Auf dem schwarzen Lack sind goldene Wappen und Schmuckornamente angebracht, die die Kutsche zu einem Prunkgefährt machen. Ihre Räder sind ungleich hoch, hinten größer als vorne, und mit rotlackierten Speichen versehen. Neben dem klassischen Kutschbock vorn hat die Hochzeitskutsche des Hauses Windsor noch Polstersitze hinter der eigentlichen Kutsche, auf der livrierte Diener des Königshauses Platz nehmen können. Innen ist die Hochzeitskutsche mit roter Seide ausgeschlagen und mit gepolstertem Brokat versehen. Übrigens: Nicht nur Charles und Diana fuhren mit ihr am Tag ihrer Hochzeit durch London - Charles' Großmutter, die allseits beliebte Queen Mum tat dies mit ihrem frisch Anvermählten schon lange vor ihnen. Ob Prinz William oder Prinz Harry bei ihrer jeweiligen Hochzeit die Kutsche besteigen werden, wird die Zukunft weisen...

Mit offenem Verdeck zur Kirche

Die Glass Couch wird für jedes deutsche Brautpaar ein unerfüllter Wunsch bleiben, doch es gibt in jeder Stadt und in (fast) jedem Dorf eine mehr oder weniger reiche Auswahl an Hochzeitskutschen, die für den schönsten Tag im Leben gemietet werden können. Doch Vorsicht ist geboten: Unter 500 Euro ist nur selten ein repräsentatives Gefährt samt Pferd und Kutscher zu bekommen! Die zu mietenden Kutschen sind meist Zweisitzer, mit und ohne Verdeck. Das Öffnen und Schließen des Verdecks ist natürlich in erster Linie wetterabhängig, doch es gibt kaum einen schöneren Anblick als ein strahlendes, winkendes Brautpaar in einer weißen Hochzeitskutsche mit offenem Verdeck.

Mit Brautjungfern oder ohne?

Neben der klassischen weißen Hochzeitskutsche als Zweisitzer gibt es noch die viersitzige Kutsche, in dem Trauzeugen oder Brautjungfern Platz nehmen können. Wem eine weiße Hochzeitskutsche zu kitschig ist oder zu sehr nach Märchenhochzeit aussieht, der kann eine in einem schönen, natürlichen Holzton oder einer anderen Farbe wählen. Doch Vorsicht mit der Farbe schwarz - außer bei der Londoner Glass Couch verbietet sie sich, weil sie gänzlich andere Assoziationen weckt.

Tipp: Von einer viersitzigen Hochzeitskutsche ist eher abzuraten. Der Hochzeitstag gehört in allererster Linie dem Brautpaar, niemand sollte dem jungen Glück dabei, und sei es auch nur unfreiwillig, die Show stehlen.

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