Hochzeitsbräuche und Hochzeitsstreiche



Autokorso, Schleiertanz und Weckerstellen
Autokorso, Schleiertanz und Weckerstellen
Bildquelle: © tymek - Fotolia.com
Viele schöne Bräuche ranken sich um das Hochzeitsfest. So wird zunehmend in großen und kleinen Städten nach der kirchlichen Trauung oder dem Besuch des Standesamtes in einem besonders schön geschmückten Auto per Autokorso durch die Stadt gefahren. Das blumengeschmückte Auto mit dem glücklichen Paar fährt an der Spitze, dann folgen alle Freunde, Verwandte und Kollegen oder Sportfreunde in ihren ebenfalls geschmückten Wagen und alle drücken dabei heftig auf die Hupe, um auf das frischgebackene Brautpaar aufmerksam zu machen.

Um Mitternacht, wenn die Hochzeitsfeier ihren Höhepunkt erreicht hat, ist die Zeit für den berühmten Schleiertanz gekommen. Der Braut wird beim Tanzen der Schleier geraubt und in viele kleine Teile zerrissen, was ja eigentlich schade ist um das gute Stück, das als Erinnerungsstück aufgehoben werden möchte. So wird heute häufig ein „Zweitschleier“ angeschafft, den die Braut um Mitternacht extra für den Schleiertanz aufsetzt. Nach dem Zerreißen überreicht sie jedem anwesenden weiblichen Gast ein Stückchen Schleier als Glücksbringer für die Zukunft. (Ob der Ersatzschleier weniger Glück bringt als das Original – wer weiß?)

Wenn Braut und Bräutigam nach der Hochzeitsfeier das erste Mal zusammen als Ehepaar die gemeinsame Wohnung oder das gemeinsame Haus betreten, will es der Brauch, dass der Bräutigam seine nun Angetraute über die Schwelle trägt. Der Grund für diese alte Sitte sind wieder die bösen Geister, die vor und unter der Schwelle lauern und auf diese Weise der Braut nichts Böses anhaben können. Ist die Braut einmal über die Geister hinweggehoben worden und in Sicherheit, dürfen jene ihr nichts mehr antun. Klingt zwar wie von Stephen King erdacht, ist aber alter heidnischer Brauch, der auch heute noch weit verbreitet und schön romantisch ist.

Eher in südlichen Bundesländern ist der Hochzeitsbrauch des Maschkern zu Hause. Hierbei werden im Vorfeld der Hochzeit unter der Anleitung des späteren Spielmachers oder Harlekins Rollenspiele mit Kostümen und Masken einstudiert, die sich auf die Vergangenheit des Brautpaars beziehen und von lustig bis peinlich reichen können. Natürlich tritt auch die „Alte Liebe“ auf, die ein letztes Mal mit allen Mitteln versuchen wird, ihren Verflossenen zurückzuerobern.

Die Hochzeitsfeier mag zwar mit dem Über-die-Schwelle-tragen vorbei sein, doch die Hochzeitsbräuche für die Frischvermählten sind es noch lange nicht, denn jetzt kommen die netten Streiche, die Freunde und Verwandte dem Paar spielen. Dazu gehört beispielsweise das Verstecken von gestellten Weckern (natürlich mit verschiedenen Uhrzeiten!) überall in der Wohnung der Frischvermählten.

Auch sehr lustig ist das Verstecken des Schlafzimmerschlüssels in den Tiefen der Gefriertruhe. Die zu diesem Behufe noch anwesenden Freunde des Brautpaars wissen natürlich genau, in welchem Behältnis er versteckt ist und nach einigen Aufgaben, die der Bräutigam zu erfüllen hat, wird der Schlüssel geborgen und feierlich überreicht. Ein weiterer Hochzeitsbrauch, der in die Kategorie Schabernack fällt, besteht darin, das Schlafzimmer des Brautpaares komplett mit aufgeblasenen Luftballons zu füllen. Er und sie kämpfen sich dann beim Nachhausekommen mit Nadeln bewaffnet einen Weg zum Bett und Platz auf diesem für die Hochzeitsnacht.

Häckseln und Reiswerfen
Holzsägen, Taubenflug und Brautentführung

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