Der Hochzeitsanzug



Ein-Knopf-Anzug? Slimline oder Gehrock?
Ein-Knopf-Anzug? Slimline oder Gehrock?
Bildquelle: aboutpixel.de / JustMarried © Sven Schneider
Am Tag der Trauung steht das Brautpaar einen ganzen Tag (und meist auch noch die halbe Nacht) im Licht der Aufmerksamkeit. Die strahlende Braut und der stolze Bräutigam sind festlich und aufeinander abgestimmt gekleidet. Doch wer richtet sich nach wem? Und was kleidet ihn, der alle Tage Jeans und Poloshirt zum Leinenjackett trägt, zu diesem festlichen Ereignis am besten? Jeder weiß noch genau, wie Lady Diana in ihrem Hochzeitskleid ausgesehen hat, aber wer erinnert sich noch daran, was der Mann an ihrer Seite damals trug?
Ein guter Grund für den Bräutigam, sich besonders intensiv mit seinem Hochzeits-Outfit zu beschäftigen.

Was ziehe ich bloß an?

Die Braut gibt den Takt vor, jedenfalls, was das Styling angeht: Auf ihre Robe wird sein Outfit abgestimmt. Er kann keinen Frack anziehen, wenn sie ein süßes Streublümchenhängerchen trägt.

Der Frack

Der Frack geht nur bei ganz großem Kino, sprich: großer Hochzeit, großer Kirche, großer Robe und großer Abendgesellschaft. Der Frack ist quasi das offiziellste aller Herrenoutfits. Im klassischen Dresscode ist er eigentlich erst ab 19 Uhr zu tragen und in der Regel immer schwarz. (Der weiße Frack sollte Thomas Gottschalk oder prominenten Zirkusdirektoren vorbehalten bleiben.) Der Frack ist gekennzeichnet durch die vorn fehlenden Schöße und den Schwalbenschwanz hinten, der beim Hinsetzen immer angehoben werden muss. Zum Frack gehören Kummerbund, Frackhemd, Weste, Fliege, doppelte Seidenstreifen an der Hosennaht und schwarze Lackschuhe.

Der Cut

Der Cutaway (Cut) ist der Vorläufer des Stresemann, des nach einem deutschen Politiker der 20er Jahre benannten Anzugs, der aus dezent gestreiften Hosen und einfarbigem Oberteil mit bogenförmig nach hinten geschnittenen Schößen, Weste, silberfarbener Krawatte oder Plastron besteht. Der Stresemann ist sehr elegant, macht eine tolle Figur, ist aber leider laut internationalem Dresscode nur bis 17 Uhr zu tragen.

Der Smoking

Der Smoking wiederum wird erst nach 18 Uhr getragen. Typisch Smoking sind sein Schalkragen und die seidenglänzenden Streifen auf den Hosennähten sowie der schmückende Kummerbund und die Lackschuhe.

Der Anzug

Bleibt der klassische Anzug, der Alleskönner und Allrounder, den es in (fast) allen Farben, Formen und Preissegmenten gibt. Der klassische Anzug in hochmodischer Optik ist schmal und körperbetont, ohne irgendwo aufzuliegen bzw. aufzutragen. Er kann einen, zwei oder drei Knöpfe haben, je nach Länge des Jacketts. Schwarz ist noch immer die unangefochtene Nummer eins der Hochzeitsanzugfarben, doch Grau und Ivory sind heftig am Aufholen. Glänzende Blockstreifen sind out. Kleine, dezent Ton in Ton changierende Streifen dagegen absolut trendy. Die Weste kann einen Farb- oder Materialkontrast zum Anzug bilden, sehr elegant sieht es jedoch aus, wenn sie stoffgenau zum Anzug passt. Beim Material des Hochzeitsanzugs sollte man puristisch sein: Natur pur ist das beste. Reine Seide, reine Wolle, reines Cashmere. Mischgewebe sind o.k., doch nur, wenn sich Wolle mit Seide mischt oder umgekehrt.

Kleiner Mann ganz groß

Bestimmte Männerfigurtypen brauchen bestimmte Anzüge, eines schickt sich nicht für alle, auch wenn es noch so angesagt ist. Kleine Männer sollten nicht zu lange Jacketts tragen, große Männer nicht zu kurze und Männer mit Bäuchlein sei eine bewusste Taillierung des Jacketts empfohlen, das macht schlank. Bei der Anprobe ist darauf zu achten, dass der Anzug nirgends spannt.

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Das Gesamtbild des Anzugs ist entscheidend – die Accessoires

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