Die Feier vor der Hochzeit



Der Polterabend
Der Polterabend
Bildquelle: © Pixelacts - Fotolia.com
Haben Braut und Bräutigam ihren jeweiligen Junggesellen-Abschied überlebt, sind sämtliche Kater auskuriert und alle Tränen getrocknet, steht auch schon der Polterabend vor der Tür.
Die Tradition des Polterabends ist (fast) so alt wie die Menschheit. Seit jeher sind am Abend vor der Eheschließung Familienmitglieder, Freunde, Bekannte mit Kind und Kegel zum zukünftigen Brautpaar gezogen, um vor deren Tür Porzellan zu zerschlagen und das Böse zu vertreiben.

Das sprichwörtliche Zerschlagen von Porzellan, das im Volksmund nichts Gutes bedeutet, ist beim Polterabend der Namensgeber. Die Scherben vor der Tür, der Krach, der dabei absichtlich veranstaltet wird, vertreiben die bösen Geister für immer und sind der Garant für ein glückliches Leben, denn: Scherben bringen Glück, Scherben symbolisieren die Abwesenheit des Bösen. Deshalb ist beim Poltern (so heißt das Zerdeppern von Porzellan am Abend vor der Hochzeit exakt) unbedingt darauf zu achten, dass nicht ein einziges Glas zu Bruch geht. Denn zerschlagene Gläser am Polterabend bringen Unglück. Auch auf die häufig praktizierte Unsitte, alte Kloschüsseln oder Waschbecken bei Polterabenden praktisch zu entsorgen, sollte unbedingt verzichtet werden. Jeder Polterabend-Besucher hat sicher genug Tassen im Schrank, die- ohne großen Verlust zu hinterlassen- am Boden zerschellen können. Die Scherben sind dann nach dem Poltern von Bräutigam und Braut gemeinsam aufzusammeln und zu entsorgen. Sie verwenden dafür Besen und Kehrblech.

Wichtig für das Brautpaar: Zu einem Polterabend lädt man nicht ein, man kommt einfach vorbei. Jeder, der will, darf auch kommen, Porzellan zerschlagen und anschließend mitfeiern. Diese Tradition birgt ein Risiko, das unbedingt mit zu bedenken ist: Die Anzahl der Polternden lässt sich nur schwer voraussagen, Essen und Getränke sollten aber trotzdem in ausreichendem Maße vorhanden sein. Deshalb ist es ein guter Rat, den Polterabend möglichst rustikal zu gestalten. Man miete eine Turnhalle, einen Gemeindesaal oder aber stelle- je nach Jahreszeit natürlich- ein Party-Zelt in den Garten. Feine Garderobe oder festliche Kleidung sind an diesem Abend eher unangebracht. Jeans sollten es nun auch nicht sein, aber zwischen Abendrobe und Cargo-Hose gibt es noch viele modische und vor allem praktische Alternativen. Jede Brauerei verleiht die praktischen Holztische und die dazugehörigen Bänke, damit ist die Sitz- und Platzfrage geklärt. Im Vorfeld sollte ein Holzkohle- oder Gasgrill organisiert und das entsprechende Grillgut besorgt werden. Dazu Party-Geschirr aus Plastik und Pappe, Würstchen, Steaks, Salate, Bier, ein Sorte Rotwein und eine Sorte Weißwein, Saft und Mineralwasser – so ist alles perfekt vorbereitet und die Party kann beginnen.

Der Junggesellen-Abschied
Der Junggesellinnen-Abschied

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