Auf der Brautkleidpirsch
Spätestens drei Monate vor der Hochzeit - falls die Braut nicht schwanger ist - sollte sie sich auf die Suche nach ihrem Traumkleid machen, damit kurz vor dem Trauungstermin keine Hektik und kein Einkaufsstress entstehen können. (Zu diesem Zeitpunkt gibt es noch vieles andere zu klären und zu bedenken.) Wer ein maßgeschneidertes Modell möchte, sollte noch früher anfangen, sich mit dem "wie" und "wo" und den entsprechenden Kostenvoranschlägen zu beschäftigen.
Genug Zeit einplanen
Für die Brautkleidschau ist Zeit gefragt, zwei Stunden sind pro Tag das mindeste, das eingeplant werden sollte. Der Vormittag ist besser geeignet als der Nachmittag, die kurze Stippvisite nach einem anstrengenden Tag im Office bringt erfahrungsgemäß nichts als Stress. Empfehlenswert für die ausführliche Brautmodensuche sind ein freier Samstag oder ein Urlaubstag.
Vom Brautkleidkauf bei großen Hochzeitsmessen, die preiswerte und ganz besondere Schnäppchen versprechen, ist eher abzuraten. Auf solchen Messen herrscht zumeist ein großer Andrang, es entsteht viel Gewühl und selten kommt es zu einer ausführliche persönliche Beratung.
Wer die Wahl hat, hat die Qual
Die potentielle Braut sollte nicht allein auf Brautkleidschau gehen, doch der zukünftige Gatte hat an diesem Tag nichts an ihrer Seite zu suchen: Für ihn soll es die große Überraschung werden, wenn er seine Auserwählte das erstemal in ihrer ganz besonderen Robe erlebt. Eine gute Freundin, die Mutter, jemand, der genau weiß, was der Braut steht und was sie lieber nicht anziehen sollte, ist hier gefragt. Vor allem jemand, der aus seinem Herzen keine Mördergrube macht und auch ehrlich sagt, was er/sie über die Kleiderfrage denkt. Brautkleider sollten nicht auf dem Bügel oder der Schaufensterpuppe bewundert und ausgewählt werden, sie gehören in jedem Falle anprobiert, auch wenn das auf die Dauer etwas mühsam sein sollte. Pro Brautkleid-Schautag sollten niemals mehr als sechs verschiedene Kleider anprobiert werden, denn beim zehnten Kleid weiß Frau nicht mehr genau, wie eigentlich die Nummer zwei genau ausgesehen hat und wie sie sich in Nummer vier fühlte...
Die Braut, die sich traut
Die endgültige Entscheidung, welches Kleid gekauft wird, trifft letztenendes trotz aller wohlmeinenden und sachkundigen Beratung durch Mutter, Freundin und Verkäuferin die Braut allein. Denn tief in ihrem Inneren weiß sie genau, was ihr steht, was sie will und in welchem der anprobierten Kleider sie sich am wohlsten gefühlt hat und am ehesten ihrem Traumbild von sich als weißer Braut oder Märchenprinzessin für einen Tag geglichen hat.
Die Braut sollte dabei immer auf ihre innere Stimme, ihre Intuition hören.
Ruckediguh, Blut ist im Schuh...
In guten Geschäften bekommt man beim Anprobieren auch gleich die passenden Schuhe gereicht, denn ein Kleid wirkt völlig anders, wird es mit flachen Sneakern anprobiert oder mit einem eleganten Slingpumps auf halbhohen Absätzen. Ein Tipp für die richtigen Hochzeitsschuhe: Vorsicht bei High-heels und besonders schmalgeschnittenen Exemplaren! Das sind sogenannte "Sitzschuhe" - sie schauen wunderbar aus am Fuß, können sich aber trotz Blutblasenpflaster nach zwölf Stunden Tragedauer nebst Polonaise mit Onkel Otto in wahre Folterinstrumente verwandeln. Deshalb den Absatz nicht zu hoch wählen und die Schuhe vorher vorsichtig "eintragen", denn auch sie entscheiden gewaltig mit, ob das Hochzeitsfest das ersehnte Highlight wird oder nicht.

