Das Brautkleid



Die Historie des Hochzeitskleides
Die Historie des Hochzeitskleides
Bildquelle: aboutpixel.de / JustMarried 8 © Sven Schneider
Das klassische Brautkleid ist weiß und bodenlang, mit und ohne Schleppe. Es verkörpert strahlende Unschuld und mädchenhafte Schönheit. Um es perfekt zur Geltung zu bringen, wird dazu ein zarter Schleier getragen. Doch leider tritt kaum noch eine Braut völlig blickdicht vom Schleier verhüllt vor den Altar, um – wie häufig in amerikanischen Filmen zu sehen – effektvoll den Spitzenstoff ihres Schleier zurückzuschlagen, wenn die Aufforderung an den Bräutigam kommt „sie dürfen die Braut jetzt küssen!“
Der heute übliche Schleier ist am Hinterkopf der Braut befestigt und wird häufig mit einer kunstvollen Frisur kombiniert.

Die Geschichte des Brautkleids

Die Geschichte des Brautkleids geht bis in die Antike und sogar noch weiter in die graue Vorzeit der Menschheit zurück. Im alten Rom trug die Braut eine helle Tunika, die mit bunten Bändern geschmückt war. Im europäischen Mittelalter gab es die Sitte des weißen Brautkleids noch nicht. Die Bräute trugen bei der Heirat ein maßgefertigtes Festgewand, das aus mehreren Lagen Stoff bestand. Verwendet wurden hierfür Samt, Seide, Brokat und kostbare Pelze. Häufig war das Brautkleid aufwändig bestickt und mit Perlen und Edelsteinen verziert. Rüschen, Bänder und auffällige Borten vollendeten den Eindruck von Pracht und Reichtum. Denn auch das sollte ein Brautkleid symbolisieren: Die Macht und den Einfluss von Bräutigam und Brautvater.

Die erste Braut in Weiß

Die erste Braut in einem weißen Brautkleid war Katharina di Medici, die im 16. Jahrhundert in einer cremefarbenen, perlenbestickten Seidenrobe heiratete. Leider war ihr kein Trendsettertum beschieden - sie blieb mit ihrer weißen Prunkrobe die Ausnahme. Alle anderen Bräute heirateten weiter in den bevorzugten Farben schwarz und rot, die durch die Mode des spanischen Königshofes vorgegeben waren.

Sonntagsstaat und Hochzeitskleid

Den Bräuten aus dem Bauernstand und den ärmeren Schichten der Gesellschaft blieb in der Regel ein solch prachtvolles Hochzeitskleid versagt. Sie heirateten im sogenannten Sonntagsstaat, ihrem besten Kleid, das zumeist ein Lebenlang halten musste. Die Farbe des Sonntagsstaats war häufig schwarz, aufgehellt wurde das Ganze mit einem weißen Krägelchen oder einem weißen Schleier.
Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts breitete sich in Europa die Sitte des weißen Hochzeitskleides flächendeckend aus und besteht bis heute fort, auch wenn es nicht an mutigen Versuchen mangelt, etwas mehr Farbe in das Hochzeitskleid zu bringen, um dessen Chancen für die "Zweitverwertung" als Ballrobe zu erhöhen.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Beginn der wilden Zwanziger wurden auch die Säume der Hochzeitskleider kürzer. Sie hoben sich bis Wadenmitte und das Kleid hatte einen figurbetonten, häufig auch geschlitzten Schwung. Noch schwungvoller wurde es mit der Erfindung des Petticouts. Das klassische Brautkleid war passe', eine neue Zeit hielt auch in der Brautmode einzug, Rock and Roll setzte die Trends. Das Brautkleid bekam weitschwingende Röcke, tiefe Dekolletees und verführerische Rückenansichten, die sich unter kurzen, wippenden Schleiern kokett versteckten.

Barfuß mit Blumen im Haar

Auch die Erfindung des Mini-Rocks und die wilden 68er veränderten die Silhouette des Brautkleids. Der Saum rutschte in die Höhe beim Minikleid. Die Hippie-Ära brachte bodenlange, fließende Kleider aus leichten indischen Stoffen mit sich. Die Braut trug damals einen Blumenkranz im langen Haar und ging häufig barfuß zur Trauung.

Wie darf's denn sein? Die Wahl des richtigen Brautkleides
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